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Endoprothetik (künstliche Gelenke)

Allgemeines

Künstliche Gelenke werden schon seit dem Mittelalter erprobt; die ersten Prototypen entstanden dabei noch aus Elfenbein.

Erst durch die präzisen wissenschaftlichen  Arbeiten von Sir John Charnley (http://de.wikipedia.org/wiki/John_Charnley ) und anderen chirurgischen und orthopädischen Pionieren konnte sich die moderne Endoprothetik in den 60er und 70er Jahren entwickeln. Durch Standardisierung der Operations-Techniken, Entwicklung neuer Werkstoffe, präzisen Untersuchungen über die möglichen Gleitpaarungen der Prothesenkomponenten (Tribologie) und Langzeit-Analysen über die Haltbarkeit der Kunstgelenke im menschlichen Körper („follow-up“) hat sich die Endoprothetik zu einer der sichersten und erfolgreichsten medizinischen Behandlungsverfahren überhaupt entwickelt.

Die Besserung von Schmerzen und Beweglichkeitseinschränkungen durch eine erfolgreiche Endoprothesenimplantation ist eindrucksvoll und überzeugend. So überzeugend dass jedes Jahr allein in Deutschland über 200 000 Menschen mit einem künstlichen Hüftgelenk und über 150 000 Menschen mit einem künstlichen Kniegelenk versorgt werden. Weltweit finden über 4 Millionen Endoprothesenimplantationen pro Jahr statt.

Die Haltbarkeit der Prothesen hat sich durch die modernen Operationstechniken und durch die Verwendung modernster Materialien wie hochabriebfester Keramiken oder von stabilen Titanlegierungen erheblich verbessert. Nach wie vor ist werden zwar überwiegend ältere Patienten mit Kunstgelenken versorgt. Wenn aber konservative Maßnahmen nicht ausreichende Beschwerdelinderung erbringen, wenn die Einschränkung der Lebensqualität zunimmt oder bewegungseinschränkende Kontrakturen drohen kann auch beim jüngeren Patienten eine Endoprothesenimplantation sinnvoll sein.

Wichtig ist eine verantwortungsvolle Einstellung des Arztes gegenüber seinem Patienten, die sorgfältige individuelle Beratung und die routinierte Operationstechnik.

Wir führen die Endoprothesen-Operationen im Rahmen einer engen Kooperation mit dem St. Josef Krankenhaus in der Heidelberger Weststadt durch (www.st.josefskrankenhaus.de). Hier sind im Frühjahr 2011 neue Operationssäle eingerichtet worden, zudem steht neben der hochkompetenten chirurgischen, anästhesiologischen und internistischen Abteilung im Bedarfsfall auch eine moderne Intensivstation zur Verfügung, so dass das St. Josefs Krankenhaus auch für größere Eingriffe maximale Patientensicherheit bietet.

Künstliches Kniegelenk

Die Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) ist eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen und betrifft gleichermaßen Männer und Frauen. Die Verschleißschäden können ein oder mehrere Gelenkabschnitte betreffen. Sind alle konservativen und operativen, gelenkerhaltenden Möglichkeiten ausgeschöpft, steht bei entsprechendem Leidensdruck der Einsatz eines künstlichen Gelenkes (Endoprothese) zur Verfügung.

Operation
Je nach Ausprägung der Arthrose und der Bandverhältnisse kommen unterschiedliche Prothesenmodelle zum Einsatz. Man unterscheidet grundsätzlich Teilprothesen (Schlittenprothesen, Patellaprothesen), ungekoppelte Gelenke (Oberflächenersatzgelenke, Totalendoprothese), die derzeit den Standard in der Knieendoprothetik darstellen und gekoppelte oder achsgeführte Gelenke bei schweren Achsfehlstellungen oder Bandinstabilität.

Nach genauer klinischer Untersuchung mit Röntgen-Spezialaufnahmen und bedarfsweise auch einer  Kernspintomografie wird mit dem geeigneten Gelenkmodell und der individuell passenden Größe die beste Lösung für den Patienten gesucht.

Nachbehandlung und Ausfallzeiten
Nach der Operation wird eine frühe Bewegungstherapie des operierten Gelenkes und eine rasche Mobilisation des Patienten angestrebt. Der regelmäßige Einsatz einer Bewegungsschiene und die tägliche Krankengymnastik ermöglichen, dass die meisten Patienten schon nach einigen Tagen in der Lage sind, sich auf Stationsebene selbstständig mit Gehhilfen zu bewegen.

An den stationären Aufenthalt schließt sich in der Regel nach acht bis zehn Tagen eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsphase an. Durch eine weitere physiotherapeutische Behandlung mit Bewegungstherapie, abschwellenden Maßnahmen, Gangschulung und Muskelkräftigung wird die Funktion des operierten Kniegelenkes optimiert.

Somit sollte bei einem problemlosen Verlauf ein weitgehend beschwerdefreies Gehen innerhalb von 12 Wochen nach Operation möglich sein.

Eine klinische und röntgenologische Kontrolle erfolgt 6 Monate nach der Operation in unserer Praxis oder in unserer Sprechstunde im St. Josefshaus. Bis dahin sollten Sie die Betreuung durch ihren Hausarzt und ihren Orthopäden wahrnehmen. (Bei Problemen mit der Beweglichkeit, bei anhaltenden Schmerzen oder anderweitigen Schwierigkeiten sind wir natürlich auch außer der Reihe für Sie da.)

Künstliches Hüftgelenk

Die Ursachen der Hüftgelenksarthrose sind vielfältig: Die Hüftdysplasie, d.h. die Fehlentwicklung des Hüftgelenkes im Kleinkindesalter kann im späteren Leben eine Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose, http://de.wikipedia.org/wiki/Coxarthrose) nach sich ziehen. Patienten mit dieser Erkrankung haben oft einen langen Leidensweg und manchmal auch bereits mehrere Voroperationen hinter sich.

Viele vermeintlich (idiopathische) Coxarthrosen haben anlagebedingte Ursachen.
Die modernen Zivilsationsschäden Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen die Entstehung der Coxarthrose, übertriebene oder einseitige hochbelastende Sportausübung leider aber ebenfalls.

Der Schenkelhalsbruch oder die Oberschenkelfraktur des älteren Menschen führt gelegentlich zur Mitbeteiligung des Hüftgelenkes, dabei erhöht eine Osteoporose das Risiko einer Schenkelhalsfraktur wesentlich. Bei bestimmten Bruchformen ist es für den Patienten sinnvoller den Bruch durch den Ersatz des Hüftgelenkes mit einer Teil- oder Totalendoprothese zu stabilisieren als den Bruch nur zu verschrauben.

Die Arthrose sollte frühzeitig unter orthopädischer Kontrolle physiotherapeutisch und medikamentös therapiert werden: damit vermieden wird dass sich Beuge – und Außenrotationskontrakturen entwickeln die eine spätere Operation erheblich erschweren.

Die nicht ausreichend behandelte Coxarthrose führt aufgrund der starken Schmerzen zudem oft auch zu einer psychischen Verstimmung des Patienten und belastet das soziale Verhältnis oft erheblich. Ein sorgfältiger Hausarzt oder Orthopäde wird dieses wichtige Symptom  rechtzeitig erkennen und im Bedarfsfall zu einer Operation raten.

Operation
Der Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes ist zwischenzeitlich zu einem Routineeingriff geworden. Aufgrund der hohen Patientenzufriedenheit werden etwa 200 000 künstliche Hüftgelenke (Endoprothesen) jährlich in Deutschland implantiert. Der Erfolg des künstlichen Gelenkes liegt in der meist schnellen Linderung der Schmerzen und Verbesserung des Bewegungsumganges.

Bei jüngeren Patienten mit stabilem Knochen wird in der Regel ein Titan-Hüftgelenk eingesetzt das press-fit in das Becken und den Oberschenkel eingepresst wird und dort im Verlauf von ca. 6 Wochen stabil in den Knochen eingebaut wird, wenn das Bein während dieser Zeit geschont wird. Bei betagteren Patienten, wird das Kunstgelenk mittels eines speziellen Knochenzementes stabil im Knochen verankert.

Nachbehandlung und Ausfallzeiten

Die frühfunktionelle Therapie beginnt unmittelbar nach der Operation durch geschulte Physiotherapeuten. In bestimmtem Umfang kann das operierte Bein jetzt bereits gebeugt und rotiert werden. Die Muskulatur wird tonisiert und das Bewegungsausmaß langsam gesteigert. Die ersten 4 Wochen sind Unterarmgehstützen erforderlich. Zur medikamentöse Behandlung, Physiotherapie und Wund-Pflege ist es sinnvoll dass die Patienten 1 – 2 Wochen auf der chirurgischen Station verbringen. An den stationären Aufenthalt schließt sich eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsphase an.

Schmerzfreies Gehen und dosierte Belastungen sind bei komplikationsfreiem Verlauf etwa 8 – 12 Wochen nach der Operation zu erwarten.

Eine klinische und röntgenologische Kontrolle erfolgt 6 Monate nach der Operation in unserer Praxis oder in unserer Sprechstunde im St. Josefshaus. Bis dahin sollten Sie die Betreuung durch ihren Hausarzt und ihren Orthopäden wahrnehmen. (Bei Problemen mit der Beweglichkeit, bei anhaltenden Schmerzen oder anderweitigen Schwierigkeiten sind wir natürlich auch außer der Reihe für Sie da.)

Künstliches Sprunggelenk

Die Arthrose des oberen Sprunggelenkes tritt häufig nach Verletzungen oder bei entzündlichen Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis auf und ist eine schwer zu behandelnde Erkrankung. Meist entwickelt sich eine hochgradige Kontraktur, d.h. eine sehr schlechte Beweglichkeit des oberen Sprunggelenkes, andere Gelenke des Rückfußes wie die Chopart-Gelenklinie oder das untere Sprunggelenk sind häufig mit betroffen.

Wenn konservative Maßnahmen wie antientzündliche Medikamente, physikalische Maßnahmen, Bestrahlungen und medikamentöse Therapie nicht ausreichend erfolgreich sind, sollte die noch verhältnismäßig junge Technik der Versorgung mit einem künstlichen Sprunggelenk geprüft werden.

Die Ergebnisse sind so zufriedenstellend dass das künstliche Sprunggelenk zwischenzeitlich den Stellenwert der bis dahin fast ausschließlich verwendeten OSG-Versteifungen überholt hat.

Operation
Mittels spezieller Pass-Schablonen kann das obere Sprunggelenk, das aus den drei Gelenkpartnern Schienbein, Sprungbein und Wadenbein besteht,  so zubereitet werden, dass eine zementfreie Endoprothese die aus drei Hauptkomponeten (Talus, Tibia und Inlay) sicher verankert werden kann.

Die Operation ist technisch anspruchsvoller als eine Knie oder Hüftgelenk Ersatz – Operation da zum einen die Verhältnisse deutlich kleiner sind und zum andere die betroffenen Sprunggelenke häufig aufgrund einer Kontraktur zunächst aufwändig zu mobilisieren sind. Oft ist auch aufgrund einer vorliegenden Osteoporose die Verankerung der Prothesenkomponenten erschwert.

Wir implantieren bei unserem Kooperationsklinik St. Josefshaus ca. 20 künstliche Sprunggelenke/ Jahr mit meist gutem Erfolg. Dies kann als guter Erfahrungswert für dieses Erkrankungsbild angesehen werden.


Nachbehandlung und Ausfallzeiten
Die frühfunktionelle Therapie beginnt unmittelbar nach der Operation durch geschulte Physiotherapeuten. In bestimmtem Umfang kann das operierte Sprunggelenk jetzt bereits bewegt werden. Die ersten Tage sollte die Nachbehandlung vorwiegend „ passiv“ erfolgen, erst bei sicherer Wundheilung kann „aktiv assistiv“ und später „aktiv“ auch gegen Widerstand beübt werden.

Die Muskulatur wird tonisiert und das Bewegungsausmaß langsam gesteigert. Die ersten 4 Wochen sind spezielle Lagerungsschalen und Schuhe (orthopädische Hilfsmittel) sowie Unterarmgehstützen erforderlich.

Zur medikamentösen Behandlung, Physiotherapie und Wund-Pflege ist es sinnvoll dass die Patienten 1 – 2 Wochen auf der chirurgischen Station verbringen. An den stationären Aufenthalt schließt sich eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsphase an.

Schmerzfreies Gehen und dosierte Belastungen sind bei komplikationsfreiem Verlauf etwa 6 – 12 Wochen nach der Operation zu erwarten.

Eine klinische und röntgenologische Kontrolle erfolgt 6 Monate nach der Operation in unserer Praxis oder in unserer Sprechstunde im St. Josefshaus. Bis dahin sollten Sie die Betreuung durch ihren Hausarzt und ihren Orthopäden wahrnehmen. (Bei Problemen mit der Beweglichkeit, bei anhaltenden Schmerzen oder anderweitigen Schwierigkeiten sind wir natürlich auch außer der Reihe für Sie da.)

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